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Pferdefachmann/-frau EFZ

füttern, zäumen, satteln, reiten, ausmisten, longieren, unterrichten

Pferdefachmann/-frau EFZ
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Beschreibung

«Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde». So sehen es auf jeden Fall die Pferdefachmänner und Pferdefachfrauen, die ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht haben. Sie pflegen und versorgen selbständig Pferde in einem Reitzentrum oder Rennstall und bewegen die ihnen anvertrauten Tiere täglich.

Sie trainieren verschiedene Reit- oder Fahrtechniken, zum Beispiel in Dressur, im Springen oder für Rennen. Sie schulen die Pferde durch Longier-, Boden- und Handarbeit sowie im Sattel. Geduldig bilden sie Reitschülerinnen und Reitschüler am und auf dem Pferd aus. Sie übernehmen auch die täglichen Reinigungsarbeiten im Stall und in den Anlagen, striegeln, füttern und tränken die Pferde.

Pferdefachmänner und Pferdefachfrauen kennen die Anforderungen der verschiedenen Pferdetypen und Pferderassen. In ihrer täglichen Arbeit halten sie die Richtlinien zum Tier-, Umwelt- und Gesundheitsschutz ein. Sie entsorgen zum Beispiel Abfälle gemäss den Vorschriften, und sie reagieren bei Unfällen korrekt und ruhig.

Ihr Arbeitstag ist manchmal körperlich anstrengend und lang, auch am Wochenende ist Dienst zu leisten. Während der Lehre spezialisiert man sich auf eine von verschiedenen Fachrichtungen: Pferdepflege, klassisches Reiten, Westernreiten, Gangpferdereiten, Pferderennsport, Gespannfahren.

Mehr zu den Fachrichtungen auf: www.gateway.one/berufskunde

Fachrichtungen

Pferdefachleute der Fachrichtung Gangpferdereiten trainieren die Pferde in den verschiedenen Grundgangarten wie Schritt, Trab oder Galopp. Zusätzlich fördern sie bei den Pferden Sondergangarten wie Tölt, Pass, Paso, Foxtrott, Marcha, Walk, Rack und Slow Glait. Bis auf den Pass sind alle diese Gänge eine Variation des Schritts, also eine Viertaktgangart. Die Bewegung soll immer fliessend sein und den Reiter möglichst nicht erschüttern. Um die Taktreinheit zu erlangen, die das Reiten von Gangpferden bequem macht, ist konsequentes Training erforderlich. Die in Europa am weitesten verbreiteten Gangpferde sind die Islandpferde. Gangpferde kommen aber aus ganz unterschiedlichen Ländern. Die Pferdefachleute dieser Richtung bilden sie oft in der Reitweise ihres Ursprungslandes aus.
Pferdefachleute der Fachrichtung Gespannfahren führen Pferdekutschen und Wagen. Sie trainieren die Pferde in den Disziplinen Dressur, Gelände- und Hindernisfahren und führen im Allgemeinen ein-, zwei- oder vierspännige Fahrzeuge. Beim Dressurfahren absolvieren sie auf einem Fahrviereck eine vorgeschriebene Dressuraufgabe. Meist sind dies bestimmten Hufschlagfiguren, die in den vorgegebenen Gangarten und im verlangten Gangmass zu absolvieren sind. Beim Geländefahren überwinden sie mit ihrem Fahrzeug natürliche und künstliche Geländehindernisse, wie zum Beispiel Brücken, kleine Bachläufe oder enge und kurvenreiche Wege. Dabei achten sie darauf, bestimmte Gangarten und Zeiten einzuhalten. Beim Hindernisfahren weichen sie mit dem Fahrzeug verschiedenen Hindernissen (Kegeln) aus. Dabei kommt es auf Schnelligkeit, Geschicklichkeit, Gehorsam und Durchlässigkeit der Pferde an.
Pferdefachleute der Fachrichtung Klassisches Reiten trainieren die Pferde in der Disziplin Klassisches Reiten. Die klassische Reitweise, auch barocke oder höfische Reitweise genannt, umfasst sowohl Reitanleitungen von Meistern und Meisterinnen des 17. bis 19. Jahrhunderts, wie auch von modernen Reitlehrerinnen und -lehrern. Sie trainieren die Pferde in einem Stil, der auf Leichtigkeit und Eleganz setzt. Pferdefachleute dieser Richtung verfügen über ein gutes Gefühl für Pferde und können auf die Eigenart eines jeden Tieres eingehen. Besonders geeignet für diesen Stil sind vor allem die für diese Reitweise gezüchteten Rassen wie Berber, Andalusier, Lusitanos, Lipizzanern und Knabstrupper, Frederiksborger.
Pferdefachleute der Fachrichtung Pferdepflege verbringen viel Zeit mit der Pferdepflege, mit Füttern, Tränken, Putzen etc. Sie legen den Pferden Bandagen zum Schutz ihrer Gelenke an, kratzen ihre Hufe, Bürsten und Striegeln sie. Sie bewegen die Pferde durch Reiten, Bodenarbeit und Longieren, beteiligen sich beim Unterricht für Anfänger und Anfängerinnen, bereiten Tiere für Turniere vor und helfen bei der Organisation von Wettkämpfen. Sie pflegen gemäss Anweisungen kranke oder verunfallte Tiere und betreuen die Kundschaft. Äusserst wichtig ist, dass die Fachleute dieser Richtung ein Vertrauensverhältnis zu den Pferden, die sie betreuen, aufbauen.
Pferdefachleute der Fachrichtung Pferderennsport trainieren die Pferde für den Pferderennsport. Dabei handelt es sich um einen Sport, bei dem die Tiere so schnell wie möglich eine bestimmte Strecke zurücklegen müssen. Pferderennen gehören zu den ältesten organisierten Sportarten und dienen primär der Zuchtauslese (Pferdezucht) und sekundär als vergnügungsreiche Freizeitbeschäftigung des Menschen. Sowohl das damit verbundene Wetten, die Dynamik, das Donnern der Hufe, wenn das Pferd im freien Galopp über die Bahn prescht, wie auch die Ästhetik dieses Sports machen seine Faszination aus. Da die Rennpferde sehr wertvoll und teuer sind, müssen sie von den Pferdefachleuten dieser Richtung besonders sorgfältig gepflegt werden.
Pferdefachleute der Fachrichtung Westernreiten trainieren die Pferde in der Disziplin Westernreiten. Die Westernreitweise ist der zur sportlichen Disziplin weiterentwickelte Reitstil der amerikanischen Cowboys. Als Arbeitsreitweise ist sie darauf ausgerichtet, dass Pferd und Reiter ganztags in langsamem Tempo kräftesparend unterwegs sein können. Die Pferdefachleute dieser Richtung trainieren die Pferde in verschiedenen Disziplinen des Westernreitens, wie die Arbeit am Rind oder das Überwinden von Geländehindernissen. Ausgebildete Westernpferde werden einhändig mit konstant durchhängendem Zügel geritten. Die Haltung von Reiter und Pferd ist dabei entspannt.

Was und wozu?

  • Damit sich die Pferde wohl fühlen, mistet die Pferdefachfrau ihre Boxen täglich aus und streut frisches Stroh.
  • Damit der tägliche Auslauf des Pferdes gesichert ist, reitet der Pferdefachmann die Pferde, die von niemand anderem geritten werden.
  • Damit die Pferde an Wettbewerben teilnehmen können, trainiert sie die Pferdefachfrau täglich gezielt nach einem erarbeiteten Trainingsplan.
  • Damit sich kranke, verletzte oder besonders beanspruchte Pferde rasch erholen, versorgt sie der Pferdefachmann gemäss den Vorschriften des Tierarztes.
  • Damit Fell und Mähne des Pferdes gesund sind und glänzen, bürstet und striegelt die Pferdefachfrau das Tier regelmässig.
  • Damit die Pferde immer wieder üben, was sie gelernt haben, führt sie der Pferdefachmann an einem langen Lederseil im Kreis herum (longieren) und trainiert die verschiedenen Gangarten.
  • Damit die Pferde gesund und kräftig bleiben, tränkt und füttert sie die Pferdefachfrau.

Facts

Zutritt
Abgeschlossene Volksschule. Wünschenswert sind Erfahrungen im Umgang mit Pferden und je nach Fachrichtung Reitkenntnisse.
Ausbildung
3 Jahre berufliche Grundbildung. Pferdefachleute aller Fachrichtungen beginnen im ersten Lehrjahr mit der Pferdepflege. Pferdewart/in EBA: 2-jährige Grundbildung mit Attest. Eine Einzelbeschreibung ist auf www.gateway. one/berufskunde zu finden.
Sonnenseite
Pferdefachleute arbeiten selbständig und übernehmen abwechslungsreiche und verantwortungsvolle Aufgaben. Sie sind den ganzen Tag um die Pferde herum.
Schattenseite
Der Arbeitstag ist lang. Dadurch ist nicht nur die Freizeit relativ eingeschränkt, sondern auch die körperliche Beanspruchung gross. Zudem ist nicht jedes Pferd umgänglich.
Berufsalltag
Pferdefachmänner und -frauen können nicht einfach nur den ganzen Tag lang nach Belieben Reiten. Sie müssen auch für Ordnung, Sauberkeit und Hygiene im Stall sorgen, was körperlich anstrengend und manchmal auch unangenehm ist. Reiten ist nur ein Teil der Arbeit und auch dabei sind stets äusserste Hingabe und Konzentration erforderlich.

TOP 10 Anforderungen

Ebenfalls wichtig ist für Klassisches Reiten, Westernreiten, Gangpferdereiten, Pferderennsport und Gespannfahren: gute Kenntnisse im Reiten.

unverzichtbar
sehr wichtig
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Karrierewege

Erfahrenen und erfolgreichen Berufsleuten werden immer anspruchsvollere Aufgaben übertragen, z.B. das Trainieren von hochdotierten Renn- und Springpferden. Weiterbildungsangebote von Berufsfachschulen, der Organisation der Arbeitswelt Pferdeberufe und von Verbänden, z. B. von SWISS Horse Professionals SHP, Swiss Western Riding Association SWRA, Islandpferde Vereinigung Schweiz IPV CH oder Schweizer Rennreiter-Verband SRV. CAS-Zertifikatslehrgang in «Haltung und Nutzung», «Zucht und Ausbildung» oder «Management und Innovation», Voraussetzung Lehrgang Equigarde® oder gleichwertige Kenntnisse.

Bachelor of Science FH in Agronomie –Pferdewissenschaften

Experte/-in der Pferdebranche HFP (eidg. Diplom)

Spezialist/in der Pferdebranche BP (eidg. Fachausweis)

Jockey, Trabrennfahrer/in, Reitpädagoge/-in (Spezialisierung)

Verkürzte, 1-jährige Ausbildung in einer weiteren Fachrichtung

Pferdefachmann/-frau EFZ

Pferdewart/in EBA oder abgeschlossene Volksschule

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