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Holzbildhauer/in EFZ

Beschreibung

Holzbildhauer/innen stellen aus Holz Tier- und Menschenfiguren sowie kunstgewerbliche Artikel her, schnitzen Ornamente und Inschriften. Dabei verbinden sie handwerkliches Geschick und gestalterische Fähigkeiten.

Eine klare Zuordnung des Holzbildhauerberufes zum Handwerk, zum Kunstgewerbe oder zur Kunst ist unmöglich, da die Grenzen fliessend sind. Die Idee, das Material und die Technik sollen sich in der Holzbildhauerei zu einem Kunstwerk vereinen.

Holzbildhauer/innen entwerfen Einzelstücke und kleinere Serien nach den Vorstellungen und Wünschen der Kundschaft. Sie fertigen Skizzen, Zeichnungen sowie Modelle und beurteilen diese mit dem Auftraggeber. Für Schreinereien verzieren sie Möbel, für Orgelbauer schnitzen sie Kirchenorgel-Ornamente. Im Auftrag von Kirchen stellen sie Chorgestühle und religiöse Figuren her, für Giessereien fertigen sie Gussmodelle. Für Vereine schnitzen sie Wanderpreise und für Private Familienwappen, Skulpturen oder Grabmale.

Mit Band- oder Motorsäge sägen Holzbildhauer/innen die grobe Form zu, der Rest ist Handarbeit. Sie spannen das Holzstück ein und legen sich das Werkzeug zurecht. Mit dem Schlegel, einem zylindrischen Holzhammer, schlagen sie auf das Heft des Schnitzeisens. Mit jedem Arbeitsschritt werden die Konturen klarer und die verwendeten Bildhauereisen feiner. Kraftvoll und dennoch mit viel Gefühl stossen sie mit dem Handballen gegen das Schnitzeisen und schneiden so Span um Span weg, bis die gewünschte Form und Wirkung erreicht ist. Mit dem Zirkel und geübtem Auge kontrollieren sie Grösse, Form und Proportion der Schnitzereien sowie die Wirkung von Licht und Schatten. Je nach Arbeit behandeln sie am Schluss die Oberfläche mit Beize, Lack, Farbe, Öl oder Wachs.

Ein besonderes Arbeitsgebiet ist die Restauration. Holzbildhauer/innen restaurieren zum Beispiel Altäre und religiöse Figuren in Kirchen und andere antike Schnitzereien. Einige Holzbildhauer/innen spezialisieren sich auf die Herstellung von Souvenirartikeln.

Zu ihren Werkzeugen gehören neben üblichen Schreinerwerkzeugen der Schlegel oder Klüpfel, eine grosse Auswahl an Flach- und Hohleisen, Schnitzmesser, Holzraspeln, Feilen, Ziehklingen und Schleifpapier, zudem Schleifsteine, an denen sie ihre Bildhauer­eisen schärfen. Der Maschinenpark beschränkt sich in der Regel auf eine Bandsäge, eine kombinierte Holzbearbeitungsmaschine, eine Bohrmaschine und eine Lackspritzanlage.

Anforderungen

  • Du hast die Schule abgeschlossen
  • Du hast die Aufnahmeprüfung an der Schule für Holzbildhauerei in Brienz bestanden
  • Du hast einen Sinn für Gestaltung, Formen und Proportionen
  • Handwerklich bist du geschickt
  • Du hast eine gute Beobachtungsgabe
  • Dein räumliches Vorstellungsvermögen ist gut ausgeprägt
  • Du arbeitest exakt und sauber
  • Du hast einen Sinn für das Schöne
  • Du bist körperlich fit
  • Geduld und Ausdauer sind keine Fremdwörter für dich
  • Du arbeitest selbstständig

Ausbildung

Die vierjährige Ausbildung machst du in einem Holzbildhauer-Atelier oder an der Schule für Holzbildhauerei in Brienz/BE. Pro Lehrjahr werden vier Blockseminare à 2.5 Wochen in der Schule für Holzbildhauerei in Brienz absolviert. Dort hast du folgende Fächer:

  • Auftrag: Kundenkontakt und Betreuung, Werkstoffe, AVOR, Kreatives
  • Administration: Kalkulation, Marketing, Dokumentationen
  • Fertigung: Geschichte, Handwerkzeuge, Werkstoffvorbereitung, Schablonen / Formen, Verbindungen, Maschinen, Reparaturen / Restaurationen, Oberflächenbehandlung, Berufsfundamente, Modellieren / Giessen, Schnitzen, Arbeiten mit anderen Materialien, Montage / Lieferungen

Der lehrbegleitende Besuch der Berufsmaturitätsschule ist nur in Ausnahmefällen möglich, weil der Zeitaufwand für die praktische Ausbildung sehr gross ist.

Nach bestandenem Qualifikationsverfahren am Ende der vier Jahre bist du Holzbildhauer/in mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis.

Zukunft

Das Angebot an Arbeitsstellen ist knapp. Holzbildhauer/innen führen in der Regel ein eigenes Atelier. Begabte Berufsleute mit grossem Durchhaltewillen haben gute Perspektiven, von ihrem Beruf leben zu können.

Ein zweites Standbein kann dabei von Vorteil sein. Eine Lehrstelle findest du am ehesten im Berner Oberland. Zwei Drittel aller Auszubildenden machen ihre Lehre in Brienz.

Wenn du möchtest kannst du dich nach der Lehre weiterbilden.

Höhere Fachprüfung (HFP)

  • Holzbildhauermeister/in

Fachhochschule Studiengänge in verwandten Fachrichtungen, z.B.:

  • Bachelor/Master of Arts (FH) in Konservierung-Restaurierun
  • Bachelor/Master of Arts (FH) in Vermittlung von Kunst und Design

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Quelle: berufsberatung.ch