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Kaufmann/-frau EFZ

Beschreibung

Kaufleute arbeiten in den unterschiedlichsten Wirtschaftszweigen, die in 21 Branchen unterteilt sind. In den verschiedenen Einsatzbereichen übernehmen sie administrative und organisatorische Aufgaben.

Kaufleute arbeiten im Büro eines Unternehmens, das zu einer der 21 KV-Branchen gehört. Je nach Ausbildung sind sie in ganz unterschiedlichen Bereichen tätig: Sie arbeiten beispielsweise in der öffentlichen Verwaltung, in Dienstleistungs- oder Handelsbetrieben, Reisebüros, Versicherungen, in diversen Industriezweigen wie Chemie, Nahrungsmittel, Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie oder in Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens. Das Arbeitsumfeld kann dabei stark variieren. Trotz dieser Bandbreite von Einsatzgebieten gleichen sich die grundlegenden Tätigkeiten der Kaufleute sehr. Zu ihren wichtigsten Arbeiten zählen die Informationsverarbeitung, die Kommunikation per E-Mail und Telefon sowie das Prüfen und Ausführen des Zahlungsverkehrs. Sie holen zum Beispiel Auskünfte ein, verfassen Kundenbriefe oder führen Lohnzahlungen aus. All diese Arbeiten werden mit dem Computer getätigt.

Kaufleute mit der Basis-Grundbildung (B-Profil) erfüllen eine Vielzahl von Aufgaben wie die Archivierung von Geschäftsunterlagen und die Abwicklung des Zahlungsverkehrs. Sie erteilen mündlich und schriftlich Auskunft an Mitarbeitende und Kundschaft, verteilen die eingehende Post, verpacken und frankieren Briefe sowie Pakete und führen Adress- oder andere Datenbanken.

Kaufleute mit erweiterter Grundbildung (E-Profil) verfügen im Betrieb über ein hohes Mass an Selbständigkeit. Je nach Branche sind sie in das Tagesgeschäft eingebunden, stehen im direkten Kontakt mit der Kundschaft und wickeln Aufträge ab. Sie holen Auskünfte ein, organisieren Anlässe und protokollieren Besprechungen. Sie verfassen Aktennotizen, lesen sich in Geschäftsunterlagen ein und leiten Informationen an die zuständigen Stellen weiter.

Da Kaufleute täglich per Internet und Telefon mit nationalen oder internationalen Kundinnen und Lieferfirmen in Verbindung stehen, wird grosser Wert auf gute mündliche und schriftliche Deutsch- und Fremdsprachenkenntnisse gelegt.

Die schulische Bildung in den jeweiligen Profilen ist für alle Kaufleute identisch. Falls es aufgrund ungenügender oder sehr guter Leistungen nötig oder möglich ist, kann während der Ausbildungszeit das Profil gewechselt werden.

Anforderungen

  • B-Profil: Abgeschlossene Volksschule; oberste Schulstufe mit genügenden Leistungen oder mittlere Schulstufe mit guten Leistungen in den Kernfächern
  • E-Profil: Abgeschlossene Volksschule; oberste Schulstufe mit guten Leistungen oder mittlere Schulstufe und Zusatzschuljahr mit guten Leistungen in den Kernfächern
  • Berufsmatura: Abgeschlossene Volksschule; oberste Schulstufe mit sehr guten Leistungen; Bestehen der BMS-Aufnahmeprüfung
  • Für alle Profile: Tastaturschreiben (Fertigkeit muss vor Lehrbeginn erworben werden)
  • Du hast Interesse an kaufmännischen Arbeiten
  • Du bist mündlich und schriftlich sprachgewandt
  • Du hast Fremdsprachenkenntnisse
  • Du hast eine gute Auffassungsgabe
  • Du bist zuverlässig
  • Du bist kontaktfreudig
  • Du bist ein Organisationstalent
  • Du hast ein Flair für Zahlen
  • Du zeigst Verantwortungsbewusstsein
  • Du hast Freude an Computerarbeit
  • Du bist selbstständig

Ausbildung

Während dem ersten und zweiten Jahr der Ausbildung besuchst du an zwei Tagen die Woche die Berufsfachschule. Im dritten und letzten Jahr besuchst du an einem bzw. mit Berufsmaturität an zwei Tagen die Woche die Berufsfachschule. Die berufliche Praxis eignest du dir in einem Lehrbetrieb an. In der Schule besuchst du folgende Fächer:

  • Standardsprache (Deutsch)
  • 1 Fremdsprache (B-Profil) bzw. 2 Fremdsprachen (E-Profil)
  • Information / Kommunikation / Administration
  • Wirtschaft und Gesellschaft

Zusätzlich besuchst du diverse überbetriebliche Kurse während der Lehrzeit.

Alternativ zu diesem Modell besteht die Möglichkeit das Fähigkeitszeugnis an einer Handelsschule zu erwerben. Mit Berufsmaturität dauert dieser Weg drei Jahre plus ein Jahr Praktikum. Ohne Berufsmaturität zwei Jahre plus ein Jahr Praktikum.

Nach einem erfolgreichen Abschluss besitzt du das eidgenössisches Fähigkeitszeugnis.

Zukunft

Als Kaufmann/-frau EFZ stehen dir viele Weiterbildungsmöglichkeiten an diversen Schulen offen.

Als Berufsprüfung mit eidgenössischem Fachausweis (BP) existieren z.B. folgende Weiterbildungen:

  • Fachmann/Fachfrau im Finanz- und Rechnungswesen
  • Marketingfachmann/-frau
  • HR-Fachmann/-frau
  • Direktionsassistent/in
  • Treuhänder/in

Höhere Fachprüfung (HFP), z.B.:

  • Dipl. Experte/Expertin in Rechnungslegung und Controlling
  • Dipl. Marketingleiter/in
  • Dipl. Leiter/in Human Resources
  • Dipl. Aussenhandelsleiter/in
  • Dipl. Immobilien-Treuhänder/in

Höheren Fachschule (HF), z.B.:

  • Dipl. Bankwirtschafter/in HF
  • Dipl. Betriebswirtschafter/in HF
  • Dipl. Versicherungswirtschafter/in HF

Fachhochschule (FH, Berufsmaturität vorausgesetzt), z.B.:

  • Bachelor of Science (FH) in Betriebsökonomie
  • Bachelor of Science (FH) in Wirtschaftsingenieurwesen

Quelle: berufsberatung.ch