Teamgeist, Verantwortung, Abwechslung: KV bei SABAG – hier geht was
Story von Rebecca Pozzoli
Silja Thomet ist im zweiten Lehrjahr als Kauffrau EFZ bei SABAG. Für gateway.one öffnet sie die Bürotüren und erläutert unserer Leserschaft, was es bedeutet, in der Administration eines Unternehmens im Gross- und Detailhandel mit Bauprodukten tätig zu sein. Sie erzählt, wie sie zu ihrer Lehrstelle gekommen ist und was ihren Beruf so reizvoll macht.
Eine KV-Lehre im Sanitärbereich ist für Silja besonders reizvoll, weil sie die spannende Welt von Bauen und Wohnen mit einer abwechslungsreichen kaufmännischen Tätigkeit verbindet. Man arbeitet in einer Branche, die nah am echten Leben ist: Es geht um Projekte, Produkte und Lösungen, die Menschen täglich brauchen. Man hat Kontakt mit Kunden, Lieferanten und dem Team, übernimmt Verantwortung und erhält spannende Einblicke in Abläufe rund um Planung, Beratung und Organisation. So verbindet die Lehre als Kauffrau bei SABAG Büroarbeit mit Praxisnähe, Teamgeist mit Eigenverantwortung und bietet eine solide Grundlage für die berufliche Zukunft.
Die grosse Frage: Was passt zu mir?
In der achten Klasse drehte sich plötzlich alles um die Berufswahl. Wir besuchten Messen wie die BAM in Bern, schnupperten in verschiedene Berufe rein und alle fragten sich: «Was will ich später mal machen?» Ich machte Schnuppertage als Fachfrau Betreuung EFZ in einer Kita, als medizinische Praxisassistentin EFZ und auch im KV. Meine Mutter ist Köchin EFZ, aber ich wusste schnell: Das ist definitiv nichts für mich – ich koche einfach nicht gern.
Perspektiven der Fachmittelschule
Weil ich mich nicht entscheiden konnte, startete ich nach der neunten Klasse an der FMS, also der Fachmittelschule. Dort spezialisiert man sich schon während der Schule auf Bereiche wie Gesundheit, Pädagogik oder Soziale Arbeit. Durch Praktika lernte ich verschiedene Berufe besser kennen. Irgendwann merkte ich aber: Keiner dieser Wege passt wirklich zu mir. Ich wollte später nicht den ganzen Tag mit Kindern arbeiten, nur um dann nach Hause zu kommen, und mich weiter um die eigenen Kinder zu kümmern. Ich habe gemerkt, dass ich Struktur und klare Aufgaben mag. Und ein bisschen Kundenkontakt finde ich auch spannend.
Der konsequente Richtungswechsel
Nach einem Jahr brach ich die FMS deshalb ab und begann stattdessen ein Zwischenjahr, um mich auf KV-Lehrstellen zu bewerben. Und dann passierte etwas Unerwartetes: Gleich die erste Bewerbung klappte. Ich stiess auf die SABAG, eine Firma in meiner Region. Die Website wirkte sympathisch, also schickte ich einfach mal eine Bewerbung für einen Schnuppertag. Ohne grosse Erwartungen.
Vom Schnuppertag direkt zur Lehrstelle
Der Schnuppertag gefiel mir mega gut – die Arbeit, aber vor allem auch das Team. Am Ende hiess es plötzlich: «Jetzt folgt noch das Bewertungsgespräch.» Ich war komplett überrascht. Ich dachte ja, ich komme einfach nur zum Schnuppern vorbei. Ich versuchte ruhig zu bleiben und erklärte ehrlich und offen, warum die FMS nicht mehr zu mir passte. Offenbar kam das gut an, denn kurz darauf bekam ich die Zusage für eine Lehrstelle. Ich durfte sogar zwischen zwei Bereichen wählen und entschied mich für Sanitär, weil mich das Thema interessierte.
Ein Vorsprung dank Vorlehre
Noch vor dem offiziellen Lehrstart konnte ich ein halbes Jahr im Betrieb arbeiten. Das war ein grosser Vorteil. Als die Lehre begann, kannte ich das Team schon und wusste, wie alles läuft. Heute bearbeite ich Kundenanfragen, schreibe Offerten und helfe dabei, Lösungen zu finden, wenn etwas nicht funktioniert. Ich mag die Routine und dass ich weiss, was mich erwartet.
Meine ganz persönliche Herausforderung: Telefonieren
Es gibt eigentlich nur eine Sache, die ich gar nicht mag: telefonieren. Privat schon nicht – beruflich noch weniger. Vor allem, wenn ich nicht weiss, was mich erwartet. Mit Lieferanten klappt es mittlerweile gut, weil ich mich darauf vorbereiten kann. Kundentelefone sind schwieriger, da kann alles passieren. Wenn ich etwas noch nicht weiss, fühle ich mich schnell überfordert. Es stresst mich, wenn ich deshalb das Gespräch weiterleiten muss. Zum Glück kommt das erst am Ende der Ausbildung und ich werde momentan noch verschont.
Berufsschule als optimale Ergänzung zur Arbeit im Betrieb
Auch die Berufsschule gefällt mir richtig gut. Unsere Klasse ist total gemischt – von Bank bis Administration ist alles dabei. Genau das macht es spannend. Wir helfen uns gegenseitig und schauen, dass alle durchkommen. Auch die Lehrpersonen begegnen uns auf Augenhöhe. Dieses Miteinander motiviert extrem.
BM verpasst – und jetzt?
Am Anfang entschied ich mich gegen die Berufsmaturität (BM1) während der Lehre. Viele hatten mir gesagt, das KV sei mega schwierig. Deshalb wollte ich mich nicht zusätzlich stressen. Heute bereue ich den Entscheid ein bisschen, denn meine Noten sind gut und würden für eine BM reichen. Leider kann ich wegen der KV-Reform nicht mehr nachträglich in die BM1 wechseln. Vielleicht mache ich deshalb später die BM2 nach der Lehre.
Vielleicht irgendwann hoch über den Wolken
Ein anderer Traum wäre es, als Cabin Crew Member (Flugbegleiterin) die Welt zu entdecken. Menschen kennenlernen, reisen, neue Orte sehen – das würde mich schon reizen. Das Coole ist: Mit dem KV stehen mir später viele Möglichkeiten offen.
Nicht jeder Weg muss gerade sein
Wenn ich zurückblicke, war mein Weg kein gerader. Eher ein kleines Zickzack. Und das ist völlig okay. Meine ehemaligen Klassenkameraden sind schon fertig mit der Ausbildung, während ich noch mittendrin bin. Klar denkt man manchmal darüber nach. Aber ehrlich: Mit 15 weiss doch fast niemand schon genau, welchen Beruf er/sie für den Rest des Lebens machen will. Wichtig ist, einfach mal anzufangen. Der Rest entwickelt sich oft erst unterwegs.
Lass dich nicht verrückt machen!
Vor meiner Lehre hörte ich ständig: «Das KV ist mega schwierig.» Das machte mir ein mulmiges Gefühl. Heute weiss ich: Ja, es ist anspruchsvoll – aber absolut machbar. Deshalb mein Tipp: Lass dich nicht einschüchtern. Am Ende musst du deinen eigenen Weg finden. Und der darf auch Umwege haben.
Auf SABAG kann man bauen…
Die SABAG ist ein schweizweit tätiges Unternehmen in den Bereichen Innenausbau und Bauprodukte mit Mutterhaus in Biel. Die Kernaktivitäten umfassen den Gross- und Detailhandel mit Baumaterial, Armierungsstahl, Sanitärartikeln, Keramik- und Natursteinplatten sowie die Produktion, den Vertrieb und die Montage von Küchen und Badezimmermöbeln. Die SABAG ist föderalistisch organisiert: Sieben eigenständige Firmen sind unter einem Gruppendach vereint, so ist die Unternehmensgruppe gleichzeitig schweizweit präsent und trotzdem regional verankert. Das 1913 durch Otto Jordi gegründete Familienunternehmen beschäftigt über 1000 Mitarbeitende und verfügt über 29 Ausstellungs-Standorte in der Deutsch- und Westschweiz. Schülerinnen und Schüler können sich für einen von fünf Lehrberufen entscheiden:
- Als Informatiker/in EFZ bei SABAG entwickelt man Programme oder baut Netzwerke auf. Schritt für Schritt wird das Wissen über Computer, Hard- und Software, Server, Router und Firewalls vergrössert und man wird zum IT-Crack.
- Als Kaufmann/-frau EFZ bei SABAG ist man häufig am Computer tätig, wo man Offerten für Kunden erstellt, Aufträge an Lieferanten erteilt, Protokolle, Rechnungen und Geschäftsbriefe schreibt.
- Als Logistiker/in EFZ bei SABAG ist man für die richtige Lagerung von Waren zuständig. Man lernt, Waren entgegenzunehmen, zu kontrollieren und ihren Eingang im IT-System zu verbuchen. Mit Gabelstaplern positioniert man die Güter im Warenlager.
- Als Schreiner/in EFZ bei SABAG fertigt man präzise ausgearbeitete Einrichtungsprodukte wie Badezimmermöbel oder Küchen an und ist auch für die Montage zuständig. Man schneidet, hobelt, bohrt, fräst und schleift an grossen Maschinen.
- Als Strassentransportfachmann/-frau EFZ bei SABAG ist man täglich auf der Strasse unterwegs. In verschiedenen schweren Fahrzeugen wie Solo-LKW, LKW mit Anhänger oder Sattelschleppern transportiert man Bauprodukte und Holz zur Kundschaft.
Berufswahl-Storys