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Bryan Tabinas, Informatiker EFZ Applikationsentwicklung

von Rebecca Pozzoli

Bryan Tabinas, Informatiker EFZ Applikationsentwicklung
gateway.one, Bern BE
Final, SwissSkills 2018: 2. Platz

Was begeistert dich am Beruf Informatiker?

Als Informatiker fühle ich mich wie ein kleiner Junge im Sandkasten, ich arbeite spielend vor mich hin. Ich nehme eine Schaufel voll Daten, türme sie auf und wenn es irgendwo bröckelt oder nicht so aussieht wie gewünscht, mache ich das Gebilde platt und fange nochmals von vorne an. Wenn ich lange genug so vorgehe, erscheint irgendwann die perfekte Daten-Sandburg und ich bin der König.

Warum nimmst du an den SwissSkills 2018 teil?

Bereits als ich mich für die Lehrstelle als Applikationsentwickler beworben habe, hat mich mein jetziger Arbeitgeber gateway.one mit den verschiedenen Möglichkeiten, sich im Informatik-Lehrberuf zu profilieren, bekannt gemacht. Die entfernte Möglichkeit, an einer Berufs-Schweizermeisterschaft teilzunehmen, hat meinen Ehrgeiz geweckt, mein Ego gekitzelt… Ich habe drei Mal an Regiomeisterschaften teilgenommen und mich drei Mal für die SwissSkills qualifiziert. Dort bin ich jedes Mal unter die ersten drei gekommen. Das hat mir die Sicherheit gegeben, dass die Informatik der richtige Beruf für mich ist. Die Teilnahme an den SwissSkills ist eine gute Erfahrung und eine nette Abwechslung im Berufsalltag.

Einige Eindrücke der SwissSkills 2018?

Es war ein spannender, ereignisreicher Event und ist mir alles in allem sehr gut gelaufen. Wir mussten ein Programm für ein Frühstücks-Müsli schreiben. Die Kundschaft soll es in einem Online-Shop bedienerfreundlich zusammenstellen können und dabei stets über Kalorien, Nährwert und Kosten informiert sein. Das ist an sich keine furchtbar schwierige Aufgabe für einen Informatiker. Aber die Wettbewerbssituation hat uns nicht erlaubt, im Internet nach Lösungshilfen zu suchen. Wir mussten alles aus dem Kopf machen und dabei auf unsere Programmiererfahrung zurückgreifen, und dies unter Zeitdruck… Generell fühlt es sich bei solchen Aufgabenstellungen immer so an, als hätte man zu wenig Zeit. Zum Schluss hat es dann jedoch wie auch bei den letzten Malen gut gereicht und ich hatte sogar noch einen Moment, um meine Eingaben zu kontrollieren.

Was lernst du aus der Teilnahme?

Früher hatte ich das Gefühl, während eines Berufswettbewerbs entscheiden zu müssen, ob ich schnell oder genau arbeite. Um die Zeitvorgaben einhalten zu können, habe ich mich dann jeweils für ein zügiges Vorgehen entschieden. Fehler, die ich im Verlauf der Arbeit entdeckt habe, waren dann nur schwer zu korrigieren. Diesmal konnte ich gleichzeitig schnell und genau arbeiten. Die frühere Erfahrung, dass ich die Zeit einhalten kann und mich nicht vom Zeitdruck irritieren lassen muss, hat mir dabei sehr geholfen.

Was rätst du anderen Jugendlichen, die an den Swiss Skills teilnehmen möchten?

Wenn Ihr Euren Beruf mögt und interessiert seid, dann seid auch mutig. Denn es braucht Mut, sich in den Auswahlprozess für die SwissSkills zu stürzen. Als ich das im zweiten Lehrjahr das erste Mal gemacht habe, hätte ich nie im Traum daran gedacht, dass ich weiterkomme und mich für die SwissSkills qualifiziere, ja sogar eine Medaille ergattere. Zum Glück war ich mutig genug, es zu wagen.

Was sind deine Zukunftspläne?

Ich bleibe erstmal in meinem früheren Lehrbetrieb gateway.one, da es mir dort gut gefällt. Mit meiner Platzierung an den SwissSkills habe ich mich für die Teilnahme am Wettbewerb, an welchem die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der nächsten WorldSkills (Berufsweltmeister­schaften) eruiert werden, qualifiziert. Es wäre fantastisch, an den WorldSkills 2019 in Kazan, Russland, dabei sein zu können. Ich war noch nie in Russland. Diese Reise zusammen mit der Chance, Berufsweltmeister zu werden, wäre eines der grössten Abenteuer meines Lebens. So oder so habe ich vor, mich in etwa einem Jahr an einer Fachhochschule weiterzubilden. Als Informatiker muss man am Ball bleiben.

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