Reportage

Effiziente Wege, zuverlässige Lieferungen: SABAG – Logistik, die bewegt

02.07.2024
von Rebecca Pozzoli
Alession Gaspar, Logistiker EFZ bei SABAG AG

Alessio Gaspar ist mitten im ersten Lehrjahr als Logistiker EFZ bei SABAG. Für gateway.one öffnet er die Warenlagertüren und erläutert unserer Leserschaft, was es bedeutet, in der Logistik eines Unternehmens im Gross- und Detailhandel mit Bauprodukten tätig zu sein. Er erzählt, wie er zu seiner Lehrstelle gekommen ist und was seinen Beruf so reizvoll macht.

Gute Logistik ist für ein Unternehmen, das erfolgreich wirtschaften möchte, unverzichtbar. Denn effiziente Logistik ermöglicht pünktliche Lieferungen und minimiert Verzögerungen, was die Kundenzufriedenheit erhöht. Ausserdem trägt sie dazu bei, Lagerbestände zu reduzieren und Transportkosten zu senken, was zu einer verbesserten Rentabilität führt. Unternehmen mit einer effektiven Logistik können flexibler auf Marktveränderungen reagieren und sich dadurch im Wettbewerbsumfeld behaupten. Sie haben eine bessere Kontrolle über die Qualität der Produkte, da sie den gesamten Lieferprozess überwachen können und es fällt ihnen leichter, die Ressourcen effizient zu nutzen, was die Produktivität steigert und die Betriebskosten senkt. Insgesamt trägt eine gute Logistik wesentlich dazu bei, die Leistung und Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens zu verbessern. Darum, aber vor allem auch, weil es Spass mache, hat sich Alessio für eine Lehre als Logistiker EFZ bei SABAG entschieden.

Alessio, wie bist du zu deiner Wunschlehrstelle gekommen?

Während ich in die 7. Klasse ging, wütete Corona. Es gab kaum Berufswahlunterricht und auch keine Schnuppermöglichkeiten. In der 8. Klasse wurde dies dann mit Hochdruck nachgeholt: wir verbrachten viel Zeit mit Berufsinfos und Bewerbungen. Ich wollte die Berufe jedoch am liebsten persönlich kennenlernen und ging deshalb mehrmals schnuppern. Das würde ich allen Jugendlichen empfehlen, die dabei sind, sich über die verschiedenen Berufe zu orientieren. Mit den eigenen Augen macht man sich das beste Bild!

Wo warst du überall schnuppern und wie hat es dir gefallen?

Ich habe mich für die Berufe Gärtner/in EFZ, Detailhandelsfachmann/-frau EFZ und Logistiker/in EFZ interessiert. Also habe ich diese Berufe beschnuppert. Das Unternehmen, bei dem ich mich über eine Lehre im Gartenbau informiert habe, verlangte, dass man seinen Arbeitstag pünktlich um 6:30 Uhr beginnt. Das war mir, als erklärtem Langschläfer, schlicht zu früh. Im Detailhandel, konkret in einem Schuhgeschäft, ging es zu Stosszeiten so geschäftig zu und her, dass ich mich davon gestresst gefühlt habe. Das war es also auch nicht. Aber die Logistik hat es mir angetan. An der Lieferung von Waren beteiligt zu sein ist eine tolle Sache. Deshalb habe ich mir die Arbeit in drei verschiedenen Betrieben aus unterschiedlichen Branchen angesehen.

Worin unterscheidet sich die Arbeit der Logistiker/innen aus verschiedenen Branchen?

Logistiker und Logistikerinnen sind in modernen Lager- und Verteilzentren verantwortlich für die Ein- und Auslagerung, den Warenumschlag und die Warenkontrolle. Diese Lager- und Verteilzentren sind krass eindrücklich, es gibt sie in allen Branchen. Ich durfte bei der Post hineinschnuppern und war schlicht überwältigt von der Grösse und Komplexität. Die Post transportiert Briefe, Päckli und Geld. Ich interessiere mich jedoch eher für den Bau; für Bauprodukte, Baumaterialien und Baumaschinen. Dieses Interesse habe ich durch meinen Vater, der gelernter Maurer ist, entdeckt. Er hat mich schon als Kind mit auf die Baustellen genommen, was mir stets gefallen hat. Deshalb konnte ich mir auch gut vorstellen, als Logistiker in die Baubranche zu gehen, wo es etwas ruppiger zu und her geht und man trotz modernen Geräten auch mal kräftig zupacken muss. Nach zweimaligem Schnuppern war die Entscheidung getroffen.

Du hattest mehrere Lehrstellenangebote und konntest einen Arbeitgeber auswählen. Was sprach für die SABAG?

Die SABAG hat mir vom ersten Moment an einen sehr guten Eindruck gemacht. Aus Gründen der Arbeitssicherheit durfte ich zwar beim Schnuppern noch nicht wirklich viel machen, sondern war eher Zuschauer. Man hat mir jedoch versichert, dass sich dies schon bald ändern würde, wenn ich erstmal die Lehre begonnen hätte. Im Warenlager herrschen eine familiärer Atmosphäre und eine gute Stimmung, das ist ansteckend. Das Warenlager ist modern und wird professionell geleitet. Das alles spricht für eine Lehre bei SABAG. Grundsätzlich stehen fünf verschiedene Lehrberufe zur Auswahl: Informatiker/in EFZ, Kaufmann/-frau EFZ, Logistiker/in EFZ, Schreiner/in EFZ und Strassentransportfachmann/-frau EFZ. Einmal im Jahr gibt es einen Lehrlingsabend. Wir haben alle zusammen gegessen und Lasertag gespielt. Das war toll.

Was gefällt dir besonders gut an deiner Tätigkeit?

Am ersten Tag meiner Lehre war ich so nervös, dass ich den Bus verpasst habe. Doch mittlerweile finde ich mich gut zurecht. Ich finde es spannend, Warenströme zu planen, zu organisieren und zu steuern. Doch am liebsten sitze ich auf dem Gabelstapler und transportiere Baumaterialien. Dafür musste ich eine entsprechende Prüfung ablegen. Es ist wichtig, dass man keinen Unfall baut, keine Menschen verletzt oder Produkte beschädigt. Anfangs brauchte es Zeit, bis die Bewegungen gesessen haben. Das doofste, das mir dabei passiert ist, war, dass mir beim Transport von Farbkübeln zwei davon hinuntergefallen sind. Das gab eine riesige Sauerei, die mühsam aufgeputzt werden musste…

Und wie klappt es in der Berufsschule?

Die Schule fiel mir schon immer leicht. Bis in die 9. Klasse musste ich nie viel lernen, sondern habe mich stets ohne grossen Aufwand durchgeschmuggelt. Das hat sich nun geändert. Es wird mehr verlangt und ich musste mich daran gewöhnen, dass ich jetzt lernen muss, um mitzukommen. Wir bekommen Hausaufgaben, aber es bleibt immer noch genügend Zeit für Hobbies wie Motorradfahren, Fussball und Kollegen. Ich mag es, dass die Arbeitswoche durch einen Tag Berufsschule unterbrochen wird. Das bringt eine willkommene Abwechslung. So kann ich mich auch mal mit Gleichaltrigen austauschen. Es wurden zwei Klassen zusammengelegt, jetzt sind wir 50 (!) Lernende. Aber wir sitzen nicht wie in der obligatorischen Schule die meiste Zeit zusammen im Klassenzimmer, sondern bearbeiten die Lerninhalte nach einem allgemeinen Input der Lehrperson in kleinen Gruppen. Das gefällt mir gut und spricht mich an.

Weisst du schon, wie es nach der Lehre weitergeht?

Nach der Lehre möchte ich mich gerne weiterbilden oder studieren. Ich kann mir gut vorstellen, mich nach der Lehre im Berufsfeld Logistik weiterzubilden (z.B. zu Logistiker/in BP, Logistikfachmann/-frau BP oder Disponent/in Transport und Logistik BP). Ich möchte nicht mein Leben lang in einem Warenlager arbeiten, lieber zur Abwechslung dazwischen auch mal im Büro. Ich habe da allerdings auch noch etwas anderes im Hinterkopf: In der Sekundarschule hatte ich ein sehr gutes Verhältnis zu meinem Lehrer. Das hat mich auf die Idee gebracht, dass ich auch Lehrer werden könnte. Vielleicht hänge ich deshalb eine Berufsmaturität an (BM 2) und gehe später studieren. Oder ich mache eine Passerelle und gehe an die Uni, um Geschichte zu studieren. Das ist ebenfalls etwas, das mich sehr interessiert.

Auf SABAG kann man bauen…

Die SABAG ist ein schweizweit tätiges Unternehmen in den Bereichen Innenausbau und Bauprodukte mit Mutterhaus in Biel. Die Kernaktivitäten umfassen den Gross- und Detailhandel mit Baumaterial, Armierungsstahl, Sanitärartikeln, Keramik- und Natursteinplatten sowie die Produktion, den Vertrieb und die Montage von Küchen und Badezimmermöbeln. Die SABAG ist föderalistisch organisiert: Sieben eigenständige Firmen sind unter einem Gruppendach vereint, so ist die Unternehmensgruppe gleichzeitig schweizweit präsent und trotzdem regional verankert. Das 1913 durch Otto Jordi gegründete Familienunternehmen beschäftigt über 1000 Mitarbeitende und verfügt über 29 Ausstellungs-Standorte in der Deutsch- und Westschweiz. Schülerinnen und Schüler können sich für einen von fünf Lehrberufen entscheiden:

  • Als Informatiker/in EFZ bei SABAG entwickelt man Programme oder baut Netzwerke auf. Schritt für Schritt wird das Wissen über Computer, Hard- und Software, Server, Router und Firewalls vergrössert und man wird zum IT-Crack.
  • Als Kaufmann/-frau EFZ bei SABAG ist man häufig am Computer tätig, wo man Offerten für Kunden erstellt, Aufträge an Lieferanten erteilt, Protokolle, Rechnungen und Geschäftsbriefe schreibt.
  • Als Logistiker/in EFZ bei SABAG ist man für die richtige Lagerung von Waren zuständig. Man lernt, Waren entgegenzunehmen, zu kontrollieren und ihren Eingang im IT-System zu verbuchen. Mit Gabelstaplern positioniert man die Güter im Warenlager.
  • Als Schreiner/in EFZ bei SABAG fertigt man präzise ausgearbeitete Einrichtungsprodukte wie Badezimmermöbel oder Küchen an und ist auch für die Montage zuständig. Man schneidet, hobelt, bohrt, fräst und schleift an grossen Maschinen.
  • Als Strassentransportfachmann/-frau EFZ bei SABAG ist man täglich auf der Strasse unterwegs. In verschiedenen schweren Fahrzeugen wie Solo-LKW, LKW mit Anhänger oder Sattelschleppern transportiert man Bauprodukte und Holz zur Kundschaft.

Zurück

Zurück

Ähnliche Artikel