Live dabei bei den SwissSkills 2025 in Bern: Von null Erwartung auf Platz drei bei den Regio-Meisterschaften
Story von Rebecca Pozzoli
Die SwissSkills 2025 in Bern sind ein Ereignis der Superlative: Vom 17. bis 21. September wird die Hauptstadt zum Schauplatz der besten jungen Berufstalente der Schweiz. Die vierten zentralen Berufsmeisterschaften öffnen während fünf Tagen auf dem BERNEXPO-Areal ihre Tore und über 1'000 Lernende und junge Berufsleute messen sich in mehr als 80 verschiedenen Berufen – von traditionellen Handwerkskünsten bis hin zu digitalen Zukunftsberufen wie Mediamatik. Einer davon ist unser Mediamatik Lernender Cedric Hächler. Er erzählt exklusiv, wie man sich auf einen solchen Mega-Event vorbereitet.
Für viele Jugendliche ist die Teilnahme an den SwissSkills ein Traum – so auch für Cedric, den angehenden Mediamatiker aus Münchenbuchsee BE. Nach einem intensiven Selektionsverfahren hat er es geschafft, sein Können unter Beweis zu stellen und darf nun am nationalen Wettbewerb teilnehmen. «Ich bin schon etwas aufgeregt, aber vor allem freue ich mich riesig auf die Herausforderung und die einmalige Atmosphäre», verrät Cedric.
«Im zweiten Lehrjahr – und trotzdem Platz 3 in der Schweiz. Hab’s selbst kaum geglaubt.»
CedricDie Selektion: Ein harter, aber fairer Weg
gateway.one: Herzliche Gratulation zur Qualifikation an den SwissSkills Cedric! Magst du uns erzählen, wie es dazu gekommen ist?
Cedric: In der Schule haben ein paar Kollegen erzählt, dass ihre Betriebe ihnen von den SwissSkills berichtet haben – und dass man zuerst bei den Regio-Meisterschaften punkten muss. Ich dachte: Klingt cool, warum nicht? Mein Lehrmeister war auch einverstanden. Beim Berufsbildungscenter (Bbc) gab’s sogar einen Vorbereitungstag, an dem wir den Wettbewerb durchgespielt haben. Das hat mega geholfen.
gateway.one: Und dann gleich aufs Podest?
Cedric: (lacht) Ganz ehrlich, ich bin mit null Erwartungen hingegangen – ich war damals ja erst im zweiten Lehrjahr, viele andere schon im dritten oder vierten. Aber dann musste ich in drei Stunden ein komplettes Marketingkonzept für einen Secondhand-Laden machen. Also alles: Social-Media-Post in Photoshop, Slogan, Markenauftritt, Farben, sogar eine kleine Animation. KI hat mir dabei geholfen, den Zeitplan einzuhalten. Im April kam schliesslich die Rangliste von ICT Berufsbildung Schweiz – und ich war einfach nur baff: Platz 3 in der Schweiz! Meine Eltern, Freunde und mein Betrieb waren mega stolz. Und zum Glück hat sich ein Kollege von mir auch qualifiziert – so bin ich an den SwissSkills nicht allein.
Der Countdown läuft: Nervosität und Vorfreude, Vorbereitung auf Hochtouren
gateway.one: Wie bereitest du dich jetzt konkret vor?
Cedric: Ich übe alles, was im Beruf gefragt ist: Programmieren, Design, aktuelle Trends im Blick behalten. Vor allem trainiere ich, unter Zeitdruck zu arbeiten. Das Publikum blende ich am liebsten mit Noise-Cancelling-Kopfhörern aus. Ich will einfach mein Ding machen – wie im Training oder beim Eishockey. Da habe ich gelernt: In der entscheidenden Situation auf das Gelernte vertrauen.
gateway.one: Klingt anspruchsvoll. Nervös?
Cedric: Klar, ein bisschen Lampenfieber gehört dazu. Aber gewinnen ist nicht mein Hauptziel – ich freue mich einfach, dabei zu sein. Ich bin eher gespannt, wie ich mit der Zeit klarkomme. Die grösste Falle ist, mittendrin an sich zu zweifeln. Mein Tipp: Nicht von vorne anfangen, sondern die erste Idee durchziehen. Ausserdem ist es hilfreich, nicht allzu hohe Erwartungen zu haben. Nutzt jede Trainingsmöglichkeit. Spielt den Wettbewerb vorher im Kopf durch – auch wenn’s langweilig klingt. Und akzeptiert, dass man unter Zeitdruck nicht die perfekte Lösung findet. Entscheiden, umsetzen, dranbleiben – das ist der Schlüssel.
Erlebe die Profis live vor Ort
Wer Cedric und die anderen jungen Talente hautnah erleben möchte, hat während der SwissSkills 2025 in Bern die Gelegenheit dazu. Die Arbeitsplätze der Teilnehmenden sind für das Publikum offen – Besucherinnen und Besucher können den Lernenden bei der Arbeit über die Schulter schauen, Fragen stellen und sich von der Leidenschaft und dem Können der jungen Berufsleute inspirieren lassen.
Mediamatiker/innen EFZ sind wahre Allrounder im digitalen Bereich. Sie gestalten und realisieren Websites, Flyer, Videos und Social-Media-Inhalte, kümmern sich um die Bildbearbeitung und unterstützen in der IT. Neben technischem Know-how benötigen sie Kreativität, organisatorisches Talent und Kommunikationsgeschick, da sie oft an der Schnittstelle zwischen verschiedenen Abteilungen arbeiten. Ihre Ausbildung dauert vier Jahre und verbindet Informatik, Gestaltung und Marketing. Mediamatiker/innen EFZ sind gefragte Fachleute, weil sie digitale Projekte von der Idee bis zur Umsetzung begleiten und dabei immer am Puls der Zeit bleiben.
gateway.one: Cedric, was sind im Beruf Mediamatik die grössten Herausforderungen für dich
Cedric: Im ersten Lehrjahr war das Tempo hoch – Aufträge in kurzer Zeit, Berufsschule und BM gleichzeitig. Mathe ist nicht so mein Ding, aber die BM öffnet Türen, deshalb ziehe ich’s durch. Im Betrieb kann ich manchmal nicht meine volle Kreativität ausleben, weil wir uns ans Corporate Design halten müssen.
gateway.one: Und welche Skills braucht man als Mediamatiker/in deiner Meinung nach unbedingt?
Cedric: Kreativität ist Nummer eins. Interesse für Fotografie, Grafikdesign, Webdesign, Programmieren. Ich persönlich mag Foto- und Videoproduktion am meisten – und Grafikdesign.