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Helenas Berufswahl – Vom Kind und Ross zum Velo

von Helena

In diesem Beitrag berichtet euch Helena über ihre Berufswahl, wie sie diese erlebt hat, welche Berufe noch im Fokus standen, wie sie auf den Beruf des Fahrradmechanikers gekommen ist und warum sie sich letztendlich dazu entschieden hat, diesen Beruf zu lernen.

Meine Lehrstelle habe ich erst am Ende der dritten Sekundarstufe erhalten. Ich war eine der Letzten in der Klasse, die den Lehrvertrag unterschrieben hatten, daher habe ich eine eher lange Berufswahl hinter mir. Ich persönlich würde diese überwiegend als sehr stressig und anstrengend bezeichnen, da ich eigentlich zuerst einen ganz anderen Beruf im Sinn hatte und dann kurz vor Ende Schuljahr wieder bei Null anfangen musste.

«Ich hatte anfangs überhaupt keinen Plan, was ich denn mal lernen möchte.»

Meine Berufswahl hat, wie bei den meisten anderen, bereits in der zweiten Sekundarstufe begonnen. Es ging natürlich darum, so viele verschiedene Berufe wie möglich kennen zu lernen. Ich hatte anfangs überhaupt keinen Plan, was ich denn mal lernen möchte.

Eine Lehrstelle im sozialen oder doch handwerklichen Bereich?

Mir wurde immer wieder von allen gesagt, naja schon fast eingeredet, dass ich etwas Soziales und/oder etwas mit Tieren machen solle, da es sehr zu mir passen würde. Also habe ich meine «Auswahl» von den verschiedenen Berufen auf die sozialen, wie Fachfrau der Betreuung für Kinder, sowie Alte und Behinderte, Pferdefachfrau und Tiermedizinische Praxisassistentin eingegrenzt. Ich habe alle diese Berufe mehrmals geschnuppert, und am meisten hatte mir der Beruf «Fachfrau Betreuung EFZ Kinderbetreuung» gefallen. Da mir die Arbeit mit meinen Pferden und kleinen Kindern in meiner Freizeit schon viel Freude machte, bewarb mich zunächst in vielen Kinderkrippen. Für mich stand es also irgendwie fest, dass ich FaBe machen werde, da es auch meinem Hobby in der Freizeit, das unterrichten von Reiten für jüngere Kinder, entsprach. Ich habe jegliche Bewerbungen für diesen Beruf geschrieben und verschickt. Anfangs hat es mir sehr gut gefallen, bei den ganzen Schnupperlehren, für welche ich bei den verschiedenen Betrieben, auf meine Bewerbungen hin, eingeladen wurde. Allerdings habe ich danach immer nur Absagen erhalten, oder ich wurde «reingelegt», dabei wurde ich für die Lehrstelle zum Schnuppern eingeladen, und am Ende der Schnuppertage hiess es dann, dass es sich doch um ein Praktikum handelt. Als es dann bei allen Stellen, auf welche ich mich beworben hatte, nur noch so zu ging, hat es mir immer weniger Spass gemacht, und meine ganze Motivation ging von mal zu mal mehr verloren. Parallel versuchte ich mich noch an der FMS-Prüfung, welche ich knapp nicht bestand, was jetzt im Nachhinein ziemlich gut ist, ansonsten wäre ich nochmals vier Jahre zur Schule gegangen. Natürlich sollte ich von der Schule aus wöchentlich mindestens zwei Bewerbungen verschicken, daher musste ich mir neue Berufe suchen, welche mir gefallen könnten. Ich habe mich entschieden auch handwerkliche Berufe zu schnuppern, wie zum Beispiel Maler, Zimmermann und Automechaniker. Also fing ich wieder bei Null an. Nach einigem Schnuppern bemerkte ich, dass auch da nichts dabei ist, was mir über mehrere Jahre gefallen würde.

Zur selben Zeit brauchte ich ein neues Fahrrad, da mir mein derzeitiges nun definitiv zu klein geworden war. Also besuchte ich ein Fahrradgeschäft, wo ich dann hinten eine Werkstatt entdeckte. Sofort fiel mir wieder ein, dass ich ja schon früher den Beruf des Fahrradmechanikers ziemlich toll fand, da ein guter Freund der Familie auch ein Fahrradmechaniker ist und uns früher immer coole Sachen gezeigt hatte und uns ihm helfen lies, als er an seinem Bike herumgeschraubt hatte. Ich fragte mich, wie ich diesen Beruf nur aus den Augen verloren hatte und kümmerte mich sofort um eine Schnupperlehre. Die Woche darauf war ich für einen Tag in einem Betrieb arbeiten und mir war sofort klar, dass ich diesen Beruf machen will.

...und plötzlich ging alles schnell

Kurz darauf bewarb ich mich auf zwei Stellen in meiner Nähe. Von dem einen Unternehmen bekam ich lange keine Nachricht. Vom zweiten Betrieb, dem Velo Tröhler, wurde ich für zwei Tage zum Schnuppern eingeladen. Nach diesen Schnuppertagen fuhr ich ins Klassenlager und die Woche danach war ich dann nochmals für drei Tage in dem Betrieb schnuppern.

Ungefähr eine Woche später wurde ich wieder zum Velo Tröhler für ein Gespräch gebeten. Dort erhielt ich die Zusage für die Lehrstelle und unterschrieb Zwei Wochen später den Lehrvertrag. Mitte August habe ich dann mit der Lehre zur Fahrradmechanikerin EFZ begonnen.

Wenn man es genau betrachtet, bin ich schlussendlich doch noch in einem sozialen Beruf gelandet, nur dass die grossen Vierbeiner jetzt Fahrzeugen mit zwei Rädern sind, und ich die Kinder, welche ich betreut hätte, nun ab und zu im Laden antreffe.  

Bis zum nächsten Beitrag von mir – Helena

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