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von Joana Honegger

Smartphone, Freunde und „easy life“?


Zeit Zuhause und mit der Familie

Die nonmediale Freizeitgestaltung zeigt einen Trend, der sich nicht erst seit der Corona-Pandemie abzeichnet, sondern schon länger zu beobachten ist: Jugendliche verbringen wieder mehr Zeit mit der Familie und etwas weniger mit Freunden. «Jugendliche bezeichnen das Verhältnis mit den Eltern denn auch vermehrt als ‹partnerschaftlich›. Auch ist ein Rückzug ins Private, in die eigenen vier Wände, zu beobachten. Dieses ‹Social Cocooning› ist weit verbreitet, denn die Verbindung mit den Freunden bleibt ja über das Smartphone gewährleistet», erklärt Daniel Süss, Professor für Medienpsychologie an der ZHAW sowie Co-Projektleiter und Mitautor der JAMES-Studie.

Berufswunsch: «Irgendwas mit Medien»

Bei den Berufswünschen ist der Bezug zu den Medien ebenfalls spürbar. Die «Top Drei» der beliebtesten Branchen machen das deutlich: So möchten die meisten Jugendlichen gerne in der Medienbranche tätig sein, gefolgt vom Unterrichts- und Bildungswesen und – etwas überraschend auf Platz 3 – eine Stelle in der Verwaltung besetzen.
Bei den Ansprüchen an die Arbeitgebenden stehen nach wie vor klassische Themen ganz oben auf der Liste. Platz eins belegt der Wunsch nach einem guten Chef oder einer guten Chefin. Grosszügigkeit und Toleranz der Arbeitgebenden sind aber fast genauso wichtig und werden noch vor einem guten Lohn genannt.

Gesundheit und eine gute Ausbildung

Was die Werte und Lebensvorstellungen der Schweiz Jugendlichen angeht, sind in den letzten zehn Jahren nur geringe Schwankungen zu verzeichnen. So erachtet die grosse Mehrheit Treue als sehr wichtig. Für sich selbst und ihr Umfeld wünschen sich die Jugendlichen eine gute Ausbildung bzw. einen spannenden Beruf sowie Gesundheit.

Mediennutzung und Alltag

Der mediale Alltag der Jugendlichen ist – wenig überraschend – geprägt vom Smartphone. «Die Mediennutzung nimmt bei den Jugendlichen stark zu», beobachtet auch Daniel Süss. Dies ist aber nur teilweise der aktuellen gesundheitspolitischen Lage geschuldet, die Treffen mit Freunden schwierig macht. Vielmehr ist es ein genereller Trend.

Ganz vorne liegen dabei Nachrichtendienste wie WhatsApp. Diese sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken und dienen nicht nur zum Austausch mit Freunden, sondern werden vermehrt auch in der Schule eingesetzt. Insbesondere Sprachnachrichten sind derzeit sehr beliebt.

Ein weiterer Trend, der kaum aufzuhalten scheint, ist die Nutzung von Streaming-Diensten. So sind Musik-, Serien- und Film-Streaming-Abos in Haushalten mit Jugendlichen weit verbreitet. Im Vergleich dazu: nur noch rund die Hälfte aller Familien hat eine Tageszeitung abonniert. Dies erklärt mitunter auch, dass sich eine Mehrheit der Jugendlichen via Internet und soziale Netzwerke über das Tagesgeschehen informiert.

Ganz zum Schluss möchten wir Ihnen eine letzte Erkenntnis nicht vorenthalten: Das vergangene Jahr, mit den bekannten Herausforderungen, wurde von einem Grossteil der Jugendlichen nicht nur als negativ empfunden. So berichten viele, dass sie weniger häufig das Gefühl hatten, etwas zu verpassen. Sie seien im Alltag zudem entspannter und würden erkennen, dass auch ein Leben mit weniger Konsum möglich sei.

Mit diesem doch sehr positiven Schluss wünschen wir Ihnen und Ihren Familien schöne, besinnliche Festtage und einen guten Start in ein gesundes und glückliches neues Jahr.

Herzliche Grüsse
Ihr gateway.one-Team

* Seit 2010 bildet die JAMES-Studie alle zwei Jahre den Medienumgang von Jugendlichen in der Schweiz ab. Weitere Informationen finden Sie hier.

** Das Jugendbarometer ist langfristig angelegt und wird regelmässig durchgeführt. So werden Aussagen über die Zeit ermöglicht. Die Befragung 2020 ist die neunte seit 2010. Weitere Informationen finden Sie hier.

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