Warum sorgfältige Eignungsdiagnostik beiden Seiten nützt – und was die Forschung dazu sagt
26.02.2026 von gateway.one
gateway.one über die wissenschaftliche Qualität des Multicheck®, den Wert menschenzentrierter Personalauswahl und die kontinuierliche Weiterentwicklung diagnostischer Instrumente.
Gute Auswahlentscheide sind keine Selbstverständlichkeit
Wer Lernende auswählt, trägt Verantwortung – gegenüber dem eigenen Betrieb und gegenüber den Jugendlichen. Ein Auswahlentscheid, der schlecht passt, kostet beide Seiten: den Betrieb in Form von Mehraufwand und im schlimmsten Fall eines Lehrvertragsauflösung, die Jugendlichen in Form von Frustration, Überforderung und manchmal einem nachhaltigen Bruch mit der Arbeitswelt.
Genau deshalb setzen verantwortungsvolle Ausbildungsbetriebe auf eine mehrdimensionale Beurteilung ihrer Kandidatinnen und Kandidaten. Schulzeugnis, persönliches Gespräch, Schnuppertag – und wo sinnvoll, eine standardisierte Eignungsanalyse. Jede dieser Perspektiven reduziert Unsicherheit. Zusammen sorgen sie für das, was man als erhöhte Passungssicherheit bezeichnen kann: eine deutlich reduzierte Matching-Ineffizienz zwischen den Anforderungen einer Lehrstelle und den Voraussetzungen der Lernenden.
Was der Multicheck® misst – und wie
Der Multicheck® ist ein berufsbezogenes Eignungsdiagnostik-Instrument, das kognitive Fähigkeiten in drei Kompetenzbereichen erfasst:
- Fachkompetenzen, bzw. Schulwissen: Mathematik, Deutsch, Fremdsprachen
- Methodenkompetenzen, bzw. Potenzial: Logisches Schlussfolgern, Merkfähigkeit, Konzentration
- Berufsspezifische Fähigkeiten oder Selbst- und Sozialkompetenzen: Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, Umgang mit Kunden und im Team
Das Ergebnis ist kein pauschales «Eignungsetikett», sondern ein differenziertes Fähigkeitsprofil, das auf das Anforderungsprofil der angestrebten Berufslehre bezogen wird. Damit lässt sich gezielt beurteilen: Passen die Stärken dieser Person zu dem, was diese Lehrstelle wirklich verlangt?
Wissenschaftlich belegt: Was die Forschung sagt
Eine aktuelle Studie von Beauducel, Bruntsch und Kersting (2024), veröffentlicht im Psychological Test and Assessment Modeling, hat den Multicheck® Wirtschaft und Administration mit 4'677 Schweizer Teilnehmenden untersucht. Die Studie bestätigt, dass der Multicheck® vier klar voneinander abgrenzbare kognitive Fähigkeitsbereiche zuverlässig erfasst:
- Kristalline Intelligenz - Sprachverständnis, Wortschatz, Grammatik
- Fluide Intelligenz - Logisches Denken, Analogien, Rechnen
- Gedächtnis - Aufnahme und Behalten von Informationen
- Grundfertigkeiten / Bearbeitungsgeschwindigkeit - Konzentration, Organisationsgeschick, Umgang mit betrieblichen Alltagssituationen
Die Studie zeigt zudem, dass mit einem verbesserten statistischen Berechnungsverfahren die einzelnen Fähigkeitsbereiche noch trennschärfer dargestellt werden können. gateway.one wird diese Erkenntnisse in die Weiterentwicklung des Multicheck® einfliessen lassen – mit dem Ziel, die Aussagekraft des Profils weiter zu erhöhen und Betrieben zu ermöglichen, noch gezielter zu fragen: Wo liegen die Stärken dieser Person, und welche Anforderungen stellt die Lehrstelle an genau diese Stärken?
Das Manual Multicheck® Wirtschaft und Administration
Das wissenschaftliche Manual zum Multicheck® Wirtschaft und Administration dokumentiert die Gütekriterien des Verfahrens nach anerkannten internationalen Standards:
- Objektivität: Durchführung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und unabhängig von der durchführenden Person.
- Reliabilität: Das Verfahren misst konsistent und wiederholbar. Die Messfehler sind gering und empirisch belegt.
- Validität: Die Fähigkeit des Tests, den tatsächlichen Ausbildungserfolg vorherzusagen, ist empirisch nachgewiesen. Kognitive Eignungsdiagnostik gilt in der Forschungsliteratur als einer der stärksten Prädiktoren beruflicher Leistung (u. a. Schmidt & Hunter, 1998; Sackett et al., 2022).
- Akzeptanz: Die Teilnehmenden erleben die Aufgaben als berufsnah, fair und relevant – ein wichtiges Kriterium, das in der Testentwicklung bewusst berücksichtigt wurde.
Kontinuierliche Investition in Qualität
gateway.one investiert seit Jahren konsequent in die Weiterentwicklung und wissenschaftliche Absicherung seiner diagnostischen Instrumente – nicht nur des Multicheck®, sondern aller Tools zur berufsbezogenen Eignungsdiagnostik auf der Plattform. Qualitätssicherung ist bei uns kein einmaliger Akt, sondern ein fortlaufender Prozess: Unsere Instrumente werden regelmässig wissenschaftlich überprüft, weiterentwickelt und an neue Erkenntnisse der Diagnostikforschung angepasst.
Das bedeutet für unsere Kunden: Sie setzen nicht auf ein historisch gewachsenes Tool, das irgendwann einmal entwickelt wurde und seitdem unverändert läuft. Sie setzen auf Instrumente, die dem aktuellen Stand der Wissenschaft entsprechen und deren Qualität fortlaufend belegt ist.
Mehrwert für beide Seiten im Auswahlprozess
Eignungsdiagnostik wird oft primär aus der Perspektive der Betriebe diskutiert. Dabei ist ihr Nutzen für die Jugendlichen mindestens ebenso gross:
Wer eine Lehre antritt, die zu seinen kognitiven Stärken passt, erlebt Fortschritte, baut Selbstvertrauen auf und schliesst die Ausbildung erfolgreich ab. Wer hingegen in eine Ausbildung drängt, die seine Ressourcen dauerhaft überfordert, riskiert Frustration, Lehrvertragsauflösung und einen schwierigen Start ins Berufsleben. Eine sorgfältige Eignungsanalyse hilft, dieses Risiko auf beiden Seiten zu reduzieren und ist somit nicht nur ein Instrument der Selektion. Die Matching-Ineffizienz im Übergang von der Schule in die Berufslehre ist ein reales Problem. Unsere Tools tragen dazu bei, sie zu verringern.
Weiterführende Informationen
Machen Sie sich selbst ein Bild von der wissenschaftlichen Qualität unserer Instrumente:
- Studie Beauducel et al. (2024): wiki.gateway.one – Was der Multicheck wirklich misst
- Manual Multicheck® Wirtschaft und Administration: wiki.gateway.one – Manual